WUNDERSAME WELT
roma, sinti, calé und andere gruppen, die unter dem überbegriff «fahrende» zusammengefasst werden, sind europas grösste ethnische minorität, die – in verschiedenen ländern zerstreut – innerhalb einer frem den kultur ihre eigene identität aufrecht erhalten muss …( sinti und roma - news kultur: kunst - tagesanzeiger.ch)
GESCHICHTE DER ROMA UND SINTI
ausführliches zur geschichte der roma und sinti, hier übrigens auch alles auf englisch und romanes.
ROM HEISST MENSCH
ROM heißt mensch bzw. mann und dient auch als sammelbegriff für alle zigeuner. die im späten mittelalter nach deutschland, österreich und die angrenzenden regionen (norditalien, slowenien, böhmen, elsaß, lothringen) eingewanderten zigeuner bezeichnen sich selbst als SINTI. es gibt vermutungen, nach denen sich dieser name auf das pakistanische land sindh zurückführen läßt. die zigeuner in süd- und südosteuropa, und damit die große mehrheit der europäischen zigeuner, nennen sich ROMA. als roma werden auch jene bezeichnet, die erst in der zweiten hälfte des 19. und im 20. jhdt. aus südost- nach mitteleuropa gekommen sind. die bezeichnung ZIGEUNER/ZINGARI/TSIGANES/CYGANI ist überall verbreitet und wohl am gebräuchlichsten. allerdings hat dieser name in allen sprachen negative bedeutungen. schon die vermutete herkunft des namens (vom griechischen “athinganoi”, der name einer sekte, der die ausübung schwarzer kunst nachgesagt wurde), stellt die träger des namens in ein eher negatives licht. in unserem sprachgebrauch hat das wort ganz allgemein eine eher negative bedeutung (z. b. “herumzigeunern”). viele menschen sind deshalb der meinung, man solle den begriff “zigeuner” durch die bezeichnung roma, bzw. sinti und roma als sammelbegriffe ersetzen. es ist allerdings manchmal schwierig, auf den begriff “zigeuner” zu verzichten, gerade wenn es um eine bezeichnung für die verschiedenen gruppen dieses volkes geht, denn in manchen ländern ist die bezeichnung rom den roma unbekannt (z. b. im iran). in armenien nennen sich angehörige dieses volkes LOM, in spanien KALO (plural kale), in deutschland und italien wie erwähnt SINTO (plural sinti). daneben gibt es noch eine vielzahl von STAMMESNAMEN, die sich vielfach aus einem bestimmten gewerbe ableiten. sie entstanden, weil zigeuner als sklaven auf dem balkan nur innerhalb ihrer berufsgruppe heiraten durften. so leiten die KALDERASH ihren namen vom rumänischen kessel ab - sie waren kesselschmiede, die TSCHURARI arbeiteten als messerschleifer (“tschuri” = roma-wort für messer) und der name LOVARA fußt auf dem ungarischen “lov” für pferdeführer. der versuch, diese vielfalt und die sprachlichen, kulturellen und religiösen unterschiede zwischen den gruppen dieses volkes zu respektieren, macht eine allgemeine bezeichnung schwierig. letztlich wird es aber wichtiger sein, einen offenen und vorurteilsfreien umgang mit diesen menschen zu finden, als sie mit dem “richtigen” namen zu bezeichnen. in diesem sinn verwenden wir in dieser broschüre neben “sinti und roma” auch den begriff “zigeuner”. wir möchten ihn damit von seinen abwertenden bedeutungen befreien und versuchen, ihm einen schönen klang zu geben.
(unbekanntes volk: sinti und roma. informationsheft fuer jugendliche. martha verdorfer, 1995)
HANDBUCH SINTI UND ROMA
“der völkermord an den sinti und roma ist aus dem gleichen motiv des rassenwahns, mit dem gleichen vorsatz, mit dem gleichen willen zur planmäßigen und endgültigen vernichtung durchgeführt worden wie der an den juden. sie wurde im ganzen einflußbereich der nationalsozialisten systematisch und familienweise vom kleinkind bis zum greis ermordet.” (roman herzog)
aus der vorbemerkung zu: michail krausnick, daniel strauß: handbuch sinti und roma
“unter dem motto “letzte lösung bei problemen mit nichtangepassten” hatten sich die neonazis getroffen und demonstrierten gegen die in postoloprty lebenden sinti und roma.”
— de.indymedia.org | Tschechien - Wieder Hetze gegen Sinti und Roma
DOKUMENTATIONS- UND KULTURZENTRUM DEUTSCHER SINTI UND ROMA
umfassende informationen zur arbeit des dokumentations- und kulturzentrums deutscher sinti und roma und verschiedene service- und kommunikationsmöglichkeiten
IN DEN TOD GESCHICKT
in den frühen morgenstunden des 16.mai 1940 wurden hunderte hamburger roma und sinti, familienweise von der polizei festgenommen, in den damaligen fruchtschuppen c des hannoverschen bahnhofs interniert, und vier tage später, am 20. mai 1940, zusammen mit anderen sinti und roma, die aus verschiedenen deutschen städten nach hamburg gebracht wurden, in das konzentrationslager belzec, deportiert.
dieses war der beginn des planmäßigen völkermordes an den europäischen roma und sinti, - dem weg in die deutschen nationalsozialistischen vernichtungslager, dem weg in den tod.
millionen juden, roma, sinti, homosexuelle, behinderte und andere so genannte lebensunwerte fielen dieser wohlgeölten vernichtungsmaschinerie zum opfer, - dem größten raubmord der geschichte.
können wir der opfer der deportationen, - können wir, - belzec, - majdanek, oder gar auschwitz, gemeinsam, - würdig gedenken?
(aus der eröffnungsrede rudko kawczynski zur ausstellung “in den tod geschickt” im kunsthaus hamburg vom 16.02.2009)